
Der Wert der beruflichen Vorsorge: eine strategische Chance für Unternehmen, die ihr Personal binden und neue Talente gewinnen möchten
In der Schweiz sind rund 1’300 Pensionskassen tätig, die insgesamt ein Vermögen von CHF 1’129 Milliarden (2023) verwalten. Viele Arbeitgeber setzen zur Vereinfachung der administrativen Abläufe auf Sammelstiftungen. Diese Tendenz zur Standardisierung wirft jedoch verschiedene Fragen auf, ob Unternehmen in der Lage sind, ihren Mitarbeitenden interessante Vorsorgelösungen anzubieten, die auch für die Gewinnung neuer Talente attraktiv sind.
In einem zunehmend kompetitiven Arbeitsmarkt können es sich Unternehmen nicht mehr leisten, die berufliche Vorsorge als blosse gesetzliche Pflicht zu betrachten. Andererseits sind sich die Arbeitnehmenden nach jahrelangen Sensibilisierungskampagnen des Vorsorgesparens bewusster geworden. Da sie einen entscheidenden Faktor für den Unternehmenserfolg darstellen, muss die Personalauswahl sorgfältig erfolgen. Ein gut durchdachter Vorsorgeplan wird so zu einem strategischen Instrument in den Händen des Unternehmens, um ein hohes Mass an Motivation und Bindung bei den Mitarbeitenden aufrechtzuerhalten.
Die berufliche Vorsorge als Instrument, um die neuen Generationen zu gewinnen
Die neuen Generationen von Arbeitnehmenden legen immer mehr Wert auf Aspekte wie Flexibilität, die Möglichkeit von Homeoffice oder Teilzeitarbeit. Für sie ist der Lohn nicht mehr das einzige Kriterium bei der Beurteilung einer beruflichen Chance. Unter den entscheidenden Faktoren, die eine Kandidatin oder einen Kandidaten dazu bewegen, ein Unternehmen einem anderen vorzuziehen, sticht nämlich die Qualität des angebotenen Vorsorgeplans und der entsprechenden Leistungen der Pensionskasse deutlich hervor.
Pensionskassen sind nicht alle gleich. Deshalb sollte sich jede und jeder bei den Vertragsverhandlungen über die vorsorge- und versicherungsrelevanten Aspekte informieren, die der Arbeitgeber und die Vorsorgeeinrichtung, der er angeschlossen ist, anbieten. Zudem muss man in der Lage sein, die vorgesehenen Bedingungen zu lesen und zu interpretieren, um die angebotene Lösung klar zu erkennen.
Der rechtliche Rahmen: das BVG als Grundlage, die zusätzlichen Leistungen als Hebel
Das Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) legt obligatorische Bestimmungen für die sogenannte „Grundvorsorge“ fest, die das Mindestniveau bilden, an das sich jeder Arbeitgeber halten muss. Er kann jedoch, wenn er dies wünscht und finanziell dazu in der Lage ist, einen grosszügigeren Vorsorgeplan einführen, sofern dieser die gesetzlichen Mindestvorschriften einhält.
Den Mitarbeitenden einen Vorsorgeplan anzubieten, der über die gesetzlichen BVG-Mindestleistungen hinausgeht, stellt für den Arbeitgeber einen beachtlichen Wettbewerbsvorteil dar und steigert seine Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt.
Angesichts der Komplexität der Materie empfiehlt es sich stets, Fachleute der beruflichen Vorsorge beizuziehen, um eine persönliche und gezielte Beratung zu erhalten.
Schlüsselfragen für die erfolgreiche Umsetzung einer betrieblichen Vorsorgelösung
- Welche Art von Vorsorgeeinrichtung soll gewählt werden: Vollversicherung oder autonome/teilautonome Stiftung?
- Vollversicherung:
Bei Vollversicherungen werden sämtliche Risiken (Anlage, Tod, Invalidität und Langlebigkeit) vollständig vom Versicherer gedeckt.
Das Hauptmerkmal dieser Art von Pensionskasse ist die maximale Sicherheit für die Versicherten, da die Versicherungsgesellschaft die Vorsorgeguthaben vollumfänglich garantiert und stets einen Deckungsgrad von 100% oder mehr aufrechterhält.
Die Altersguthaben werden vorsichtig angelegt, mit dem Ziel, das Kapital zu erhalten und Renditen zu erzielen, die einem tiefen Risikoprofil entsprechen.
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- (Teil)autonome Stiftungen:
Bei teilautonomen Pensionskassen werden die Risiken Tod und Invalidität einem externen Versicherer übertragen, während das Anlagerisiko direkt von der Vorsorgestiftung getragen wird.
Diese legt die Vorsorgeguthaben am Finanzmarkt an, sodass die Versicherten direkt von den erzielten Ergebnissen profitieren. Die gewählte Anlagestrategie zielt darauf ab, langfristig interessante Renditechancen zu bieten. Diese Form garantiert jedoch keine absolute Sicherheit des Kapitals und bringt einen Deckungsgrad mit sich, der im Laufe der Zeit schwanken kann. Zum Schutz des Vermögens und zur Bewältigung finanzieller Schwankungen bildet die Stiftung entsprechende Wertschwankungsreserven.
- Wird der Vorsorgeplan ausschliesslich die vom BVG vorgeschriebenen obligatorischen Leistungen garantieren, oder kann ein vorteilhafterer Plan mit grosszügigeren überobligatorischen Leistungen für die Mitarbeitenden umgesetzt werden?
- Berücksichtigt der Koordinationsabzug die Situation der Teilzeitbeschäftigten, indem er proportional zum Beschäftigungsgrad berechnet wird, oder wird ein Standardabzug angewendet, der sie benachteiligen könnte?
- Die Altersgutschriften bilden über die Jahre das Sparguthaben. Entsprechen sie dem BVG-Minimum, oder sind höhere Beiträge vorgesehen, die ein stärkeres Wachstum des angesparten Kapitals im Laufe der Zeit ermöglichen?
- Sieht der gewünschte Vorsorgeplan einen grosszügigeren Arbeitgeberbeitrag vor?
Das Gesetz schreibt vor, dass der Arbeitgeber mindestens 50% der gesamten BVG-Beiträge leistet; wenn er dies wünscht, kann er einen grösseren Anteil übernehmen. - Ist es sinnvoll, je nach Unternehmensprofil individuelle Lösungen zu wählen?
Innerhalb derselben Vorsorgestiftung können verschiedene Pläne eingerichtet werden, um die verschiedenen Personalkategorien zu versichern, beispielsweise Geschäftsleitung, Kader und Mitarbeitende. - Wie sind die Leistungen bei den Risiken Invalidität und Tod ausgestaltet?
Der Schutz der Arbeitnehmenden und ihrer Familien ist ein grundlegender Aspekt, falls ein versichertes Risiko eintritt. - Wem stehen die Leistungen im Todesfall zu?
Häufig wird die Lebenspartnerin oder der Lebenspartner (Konkubinat) im Vorsorgereglement nicht als leistungsberechtigt anerkannt; es ist daher wichtig, den Kreis der Begünstigten der Risikoleistungen frühzeitig zu prüfen. - Welches Verzinsungsmodell sieht die Vorsorgeeinrichtung vor, der man sich anschliessen möchte? Möchte man um jeden Preis auf Sicherheit setzen und sich mit einer tiefen Rendite begnügen, oder bevorzugt man ein dynamischeres Modell, das Finanzrenditen im Einklang mit der Entwicklung der Kapitalmärkte bieten kann?
Die Verzinsung der Vorsorgeguthaben ist ein entscheidendes Element für das Wachstum der eigenen Vorsorgeersparnisse über einen langen Zeitraum. Es ist daher wichtig, den Deckungsgrad einer Pensionskasse zu überwachen, insbesondere anhand ihrer finanziellen Solidität und ihrer Politik zur Zuweisung der Wertschwankungsreserven. - Welchen Umwandlungssatz wendet die Vorsorgestiftung an, um das angesparte Kapital in eine Altersrente umzuwandeln, und welche Entwicklung ist künftig zu erwarten?
Die Projektion der Altersguthaben zeigt die Leistung im Referenzalter und bei einer vorzeitigen Pensionierung. - Sind die von der Vorsorgeeinrichtung belasteten Verwaltungskosten wettbewerbsfähig und marktgerecht? Wurde ein Tarifvergleich mit der Konkurrenz durchgeführt?
Die von der Stiftung belasteten Verwaltungskosten sind ein weiteres Beurteilungskriterium. - Der Grad an Information und Transparenz seitens der Fachperson (Versicherung oder Versicherungsbroker) ist entscheidend für eine hochwertige Dienstleistung. Gewährleistet der Partner, den man für den Anschluss an eine Vorsorgeeinrichtung wählt, heute und in Zukunft die nötige Unterstützung, um dem Arbeitgeber und den Mitarbeitenden die relevanten Informationen zum Vorsorgeplan zu vermitteln?
- Und viele weitere…
Diese Fragen sind nur einige der grundlegenden Überlegungen, die bei der Festlegung eines betrieblichen Vorsorgeplans anzustellen sind. Es wird deutlich, wie zahlreich und komplex die zu berücksichtigenden Faktoren sind. Deshalb ist die berufliche Vorsorge ein wichtiger Bestandteil für Arbeitgeber, die sich durch unkonventionelle und zukunftsorientierte Vergütungsmodelle abheben möchten. Ein attraktives Vorsorgeangebot ist ein Unterscheidungsmerkmal für einen Arbeitgeber, der nicht nur das Wohlbefinden seiner Mitarbeitenden verbessern, sondern auch wettbewerbsfähige Versicherungsbedingungen schaffen möchte, die dazu beitragen, das Unternehmensimage zu stärken und neue Talente zu gewinnen.
Ein Unternehmen, das sich um die berufliche Vorsorge kümmert, beweist konkret sein Engagement gegenüber seinen Mitarbeitenden und schafft tendenziell ein Gefühl von gegenseitigem Vertrauen und Loyalität.
Assidu SA, ein auf Personalversicherungen spezialisierter Versicherungsbroker, spielt eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Unternehmen im Beratungsprozess, der darauf abzielt, einen massgeschneiderten Vorsorgeplan zu erstellen. Aus diesem Grund laden wir Sie ein, sich diesem Thema mit Sorgfalt zu widmen und unsere Fachberatung in Anspruch zu nehmen, um den wirksamsten und für Ihre Bedürfnisse am besten geeigneten Vorsorgeplan zu finden.
Artikel verfasst von:

Diana De Luca
Spezialistin für Pensionsplanung*Versicherungsvermittlerin VBV*
